Galerie Max Hetzler zeigt Bilder von Jesús Rafaël Soto in den Räumen Zimmerstraße 90/91 vom 31. Januar bis 7. März 2009.
Soto (1923 – 2005) ist einer der bedeutendsten lateinamerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Mitbegründer der kinetischen Kunst im Paris der späten 1950er Jahre. Die dreidimensionalen Bilder, die in der Galerie Max Hetzler zu sehen sind, umfassen eine Zeitspanne von 1964 bis 1994 und zeigen einen Querschnitt aus verschiedenen Schaffensperioden.
Wenn man sich vor Sotos Bildern bewegt, scheinen die Arbeiten zu vibrieren. Der Bildhintergrund aus Holz ist oft mit feinen, gleichmäßig aufgetragenen schwarzen und weißen Linien überzogen, durch die ein flirrender Effekt erzeugt wird. Auf die Bildfläche sind in einigen Bildern mit Abstand monochrome farbige Quadrate aus Metall montiert, die durch Licht und Schatten sowie Farbkontraste die Komposition bilden. Soto wollte reine Abstraktion erreichen, indem er die Gestaltungskomponenten seiner Arbeiten seriell einsetzt und dadurch Strukturen wie ein Notengerüst in der Musik schafft. Aus der zweidimensionalen Fläche wird unter Einbeziehung des Raumes vor dem Bild ein dreidimensionales Objekt: "Space flows: nothing limits it (…) In fact it is space that is in control, it defines and sets conditions." (Soto im Interview mit Hans Ulrich Obrist, 2005)
Für eine andere Serie von Bildern, die in der Galerie gezeigt werden benutzt Soto dünne Stäbe aus Eisendraht, die an nicht sichtbaren Fäden hängen, die vor das Bild gespannt sind. Die Stäbe bewegen sich minimal und verschieben sich leicht im Verhältnis zu den gemalten Linien der Bildfläche, wodurch das Bild eine vibrierende Leichtigkeit erhält. Die geometrischen Farbflächen entstehen durch eine begrenzte Einfärbung der Stäbe und erhalten eine Transparenz, die ebenfalls zur Leichtigkeit des Bildes beiträgt.
In der Serie “Escrituras” scheint der Draht aus der Bildfläche herauszuwachsen und bildet geschwungene, unregelmäßige Formen, die an Schrift erinnern. Die Linien sind hier stabiler, der Eindruck von Bewegung wird allein durch den Perspektivwechsel des Betrachters hervorgerufen. Während die Konstruktionen und Skulpturen anderer Vertreter der kinetischen Kunst oft mithilfe von Technik bewegt werden, arbeitet Soto vor allem mit der optischen Illusion.
Soto wurde 1923 in Venezuela geboren, er lebte und arbeitete in Paris und Caracas. Er ist mit seinen Werken weltweit in Museen vertreten, u.a. im Centre Georges Pompidou, Paris; Solomon R. Guggenheim Museum und MoMA, New York; Tate Modern, London; Museo Nacional Centro de Arte Reina SofĂa, Madrid; Museum Ludwig, Köln; Sprengel Museum, Hannover; Staatsgalerie Stuttgart; Louisiana Museum, Humlebæk; Moderna Museet, Stockholm; Stedelijk Museum, Amsterdam und dem LACMA, Los Angeles. 1973 grĂĽndete der KĂĽnstler das Museo de Arte Moderno JesĂşs Soto in seiner Heimatstadt Cuidad BolĂvar in Venezuela.
Dies ist die erste Ausstellung von Jesús Rafaël Soto in der Galerie Max Hetzler. Die Ausstellung ist mit Unterstützung des Nachlasses J. R. Soto, Frau Helène Soto, zustande gekommen.
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